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Die Stadt und ihre Abenteuer

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Sexuelle Hip-Hop-Revolution

Als der Berliner Rapper Bushido vor zwei Jahren prahlte, „Tunten vergasen“ zu wollen, ging ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit. Der Hip-Hop-Star entschuldigte sich für seine „Dummheit“ und strich die entsprechende Textstelle auf dem fertigen Album. Menschenrechtsaktivisten und schwule Organisationen hatten Protestmails an die Plattenfirma initiiert, die Staatsanwaltschaft rechtliche Schritte wegen Volksverhetzung eingeleitet.
Nur in der Hip-Hop-Welt schien sich kaum jemand über Bushidos Worte aufzuregen. Hatte man sich nicht längst daran gewohnt, dass Konkurrenten im Hip-Hop als „Schwule“, „Stricher“ oder eben „Tunten“ beschimpft werden? Und: Übernahm Bushido nicht nur ein Feindbild, das die HipHop-Kollegen aus Amerika schon lange als Teil des Rap-Kanons predigen?
Tatsächlich scheint die Homophobie dem Hip-Hop so tief eingeschrieben, dass ein amerikanischer Rapper ohne „faggot“ im Fluchrepertoire leicht in den Verdacht kommen könnte, selbst eine „Schwuchtel“ zu sein. Im Macho-Milieu des Hip-Hop eine der schlimmsten Ächtungen überhaupt . . . Undenkbar, also dass ein Rapper sich zu seiner Homosexualität bekennt?
Die unsichtbare Szene
Deadlees Raps – er selbst bezeichnet sie als „Homo-Hop“ oder „Gayngsta Rap“ – gelten als Untergrund-Bestseller und waren bereits auf Soundtracks von Filmen zu hören. Jetzt will er das Coming Out der bisher unsichtbaren Szene erzwingen – und als Headliner der ersten organisierten Tournee von schwulen, lesbischen und bisexuellen Hip-Hop-Künstlern den Status Quo erschüttern.

Die Homo-Revolution-Tour soll im März durch zehn Städte in sechs amerikanischen Bundesstaaten führen. „Die Zeiten ändern sich“, erklärt Deadlee, „und wenn offen schwule Künstler nicht eingeladen sind, dann treten wir eben die Tür ein, und greifen uns das Mikro. Jetzt sind jedenfalls wir dran.“ Sollten die Homo-Revolution-Rapper auf maximale Medienwirkung spekulieren, ist ihre Tournee schon vor dem ersten Gig ein Erfolg: CNN, New York Times, die großen Hip-Hop-Magazine – alle berichten darüber.
Gewaltphantasien gegen „Faggots“
Sollten dem durchschnittlichen Hip-Hop-Fan Namen wie Johnny Dangerous oder Bigg Nugg auch nicht viel sagen: Allein ihre Existenz scheint vielen ein Skandal. Eine Flut von wütenden bis sarkastischen Leser-Mails bestätigte ein offenes Geheimnis: Männliche Homosexualität bleibt das Tabu des Genres. „Warum verstehen die Schwulen nicht,“ so einer der freundlicheren Kommentare, „dass sie im Hip-Hop nichts verloren haben?“
Die großen Rapstars haben es den Fans vorgemacht. 50 Cent lästerte im Playboy gegen „die uncoolen Schwulen“. Eminem ließ in dem Song „Criminal“ seinen Gewaltfantasien gegen „faggots“ freien Lauf. „Wenn Eminem die selbe Sprache gegen Latinos oder Schwarze benutzt hätte, wäre er heute wahrscheinlich tot“, schimpft Deadlee. „Er glaubt, er könne auf den vermeintlich Wehrlosen herumhacken. Aber wir Schwule sind schlagkräftiger als solche ignoranten Rapper denken!“

Das demonstriert der selbsternannte „Homo Thug“ bereits äußerlich: Mit Bandana, Tattoos, Kinnbart und durchtrainiertem Oberkörper erinnert er eher an einen Gangster als an das Klischee vom affektierten Tuntentyp. Fragt man ihn nach 50 Cent, legt er einen verächtlichen Blick auf: „Der klassische Typ mit homosexuellen Neigungen, der um sich schlägt, um nicht seine wahren Gefühle auszuleben“.
In Frage gestellte Männlichkeit?
Doch was hat Hip-Hop zu einem derart homophoben musikalischen Genre gemacht? „Wir sind, was Homosexualität, Transvestitentum und ähnliches betrifft, in unserer Kultur überempfindlich“, erklärt Michael Eric Dyson, Professor für African American Studies an der Columbia University. „Und so avantgardistisch Hip-Hop in manchen Bereichen wirkt – diese Begrenzungen hat er niemals in Frage gestellt.“

Andere Kulturkritiker wie Houston Baker erklären Rap als Restauration einer von der schwulen schwarzen Discokultur der siebziger Jahre in Frage gestellten Männlichkeit. Macho-Hip-Hop contra schwule Discomusik? Ganz geht die Gleichung nicht auf: Denn so wie Discosamples die ersten Rap-Hits inspirierten, war das Genre nie die heterosexuelle Festung, als die es die Hip-Hop-Geschichtsschreibung gerne suggeriert.

Schon 1986 veröffentlichte der homosexuelle Rapper Man Parish den Genre-Klassiker „Hip Hop Be Bop Don’t Stop“. Auch wenn ihm der Erfolg im Mainstream verwehrt blieb: Schwuler Rap eroberte sich in der Folge im Untergrund ein loyales Publikum.
Tabuisierung sexueller Gewalt
Der Konzertmanager Biff Warren erzählt, dass die meisten Rapper abwinken, wenn er sie zu einem Gay-Festival buchen möchte. Für die Homophobie im Hip-Hop macht er auch die Gefängnisse verantwortlich; viele Rapper und ihre Freunde hätten schon gesessen. „Wenn sie sich dort nicht als harte Typen bewähren, werden sie zwangsläufig von anderen männlichen Gefangenen sexuell missbraucht. Das möchte niemand zugeben.“

Gerade diese Tabuisierung sexueller Gewalt will die Homo-Revolution-Tour brechen. Das heißt nicht, dass alle Teilnehmer unbedingt ihre homosexuelle Gesinnung vor sich her tragen. Salvimex, ein spanischsprachiges Trio aus L. A. rapt etwa über Themen wie Immigration, Gangkultur und Einsamkeit. Doch immer mehr schwule Rapper ergreifen politisch Partei.
Orientierung am Markt
Weil sie das Outing nur als ersten Schritt sehen, den Hass auch verbal bekämpfen wollen. Neben Melange Lavonne, die in „Gay Bash“ an einen zu Tode geprügelten Schwulen erinnert, gilt Deadlee als Vorreiter dieser politischen Homo-Rap-Variante: Seine Texte handeln von Polizeibrutalität oder Selbstmorden verzweifelter Schwuler.
Als Ausdruck eines täglichen Kampfes ist die Musik der Homo-Revolution-Rapper jedenfalls näher am ursprünglichen Hip-Hop-Ethos als die verklärten Ghettomythologien mancher Rap-Millionäre. „Unsere Raps sind so frisch“, sagt Deadlee „weil wir die Verfolgung am eigenen Leib erfahren haben. Und wir müssen nicht auf Sponsoren Rücksicht nehmen.“

Noch nicht. Vielleicht wird aber gerade die Erkenntnis der kommerziellen Macht des schwul-lesbischen Publikums den Hip-Hop reformieren. Eminem trat 2001 bei der Grammy-Verleihung überraschenderweise mit dem schwulen Popstar Elton John auf und zeigte sich reuig für frühere Ausfälle. „Der schwule Markt“, erklärt Biff Warren, „ist extrem wichtig und kann Künstlerkarrieren fördern oder brechen“. Ob er Anzeichen für ein breiteres Umdenken sieht?

Warren erwähnt den sozialkritischen Rapper Common, der einst mit Reimen wie „Homos a no-no, so faggots stay solo“ Beifall suchte, heute aber auf „Between Me, You & Liberation“ mitfühlend vom Coming-Out eines Freundes rapt. Warum sollten da nicht auch Typen wie 50 Cent ihre Schwulenhetze vergessen? Zumindest wenn das große Geld winkt: Der Gangsta-Rapper hat soeben Elton John seine Dienste für dessen geplantes Rap-Album angeboten.

(Quelle: sueddeutsche.de, Autor: Jonathan Fischer)

Britisches Schulbuch lehrt schwule Märchen

Märchen mit homosexuellen Figuren stehen ab sofort auf dem Lehrplan von britischen Grundschulen.
Damit soll die Schule den Kindern schon frühzeitig erklären, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen in der Gesellschaft ebenso wie Mann-Frau-Beziehungen vorkommen.
In dem ersten Märchen geht es um einen König, dem für eine Vermählung verschiedene Prinzessinnen vorgestellt werden, er sich aber dann für einen Prinzen entscheidet
  Quelle:  www.netzeitung.de

Schwule und Lesben werfen MySpace Zensur vor

Löscht MySpace unberechtigt die Seiten von Nutzern?

MySpace lösche ohne Erklärung die Daten schwuler und lesbischer Künstler, behaupten Kritiker im Internet. Die kanadische Band Kids On TV beklagt im Forum stillepost.ca, dass ohne Vorwarnung ihre Seite mit Informationen über die Band gelöscht worden sei. Dabei seien auch 14.000 Kontakte der Band sowie die Daten über eine laufende Tournee abhanden gekommen.

 Kritiker sprechen nun von einem Akt der Zensur. MySpace selbst begründete die Löschung des Nutzerprofils der schwul-lesbischen Band mit einem Standardtext. In allgemein gehaltenen Formulierungen war darin von „Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen“ die Rede, die gewöhnlich auf bildliche Nacktfotos oder die Darstellungen von Gewalt und Sexualität zurückzuführen seien. Derartige Darstellungen hat die Band nach eigener Aussage nicht auf ihrer Seite platziert. Besonders ärgerlich: Die Daten scheinen unwiederbringlich verloren.

Immerhin befindet sich im Repertoire ein Stück namens „Cockwolf“, dessen Text auch sexuelle Anspielungen enthalten soll. Dieses sei aber weit weniger explizit als zahlreiche Hip-Hop-Stücke, die auf MySpace nicht beanstandet würden, argumentiert die Band.

Möglicherweise kam die Löschung auch wegen der Verbindung der Worte „Kids“ und den latent sexualisierten Darstellungen der Band zustande. Nähere Angaben oder eine Begründung verweigert MySpace. Nun entbrennt in Foren eine Diskussion über Zensur. Viele Nutzer fürchten um ihre Daten, die sie in teils jahrelanger Arbeit aufgebaut haben.

MySpace ist ein offenes Forum, das die Möglichkeit bietet, seine Persönlichkeit mit eigenen Inhalten wie Videos, Fotos und Texten darzustellen. Über Kontaktprofile können virtuelle Freundeskreise aufgebaut werden und teils weltumspannende Netzwerke entstehen.

Diese Möglichkeiten der nach Interessen sortierten Kontakte nutzen insbesondere Szenen oder Bands, die durch MySpace direkten Kontakt zu ihren Hörern herstellen können und so den Kreis ihrer Fans erweitern. Der Medienmogul Rupert Murdoch kaufte das Netzwerk für 580 Millionen Dollar. Nach ungeprüften Angaben des Unternehmens sind dort bereits 160 Millionen Nutzer angemeldet.

Namhafte Künstler der Independent-Szene haben sich nun auf MySpace zu einem Anti-Zensur-Forum organisiert, darunter das Berliner Duo Cobra Killer, der schwule Künstler Bruce La Bruce oder die Band Chicks On Speed. Die Musikzeitschrift „Intro“ zitiert die Agentur Queerbeat: „Das passiert nicht zum ersten Mal, und interessanterweise sind sehr häufig schwul-lesbische Künstler davon betroffen.“

In Internetforen werden weitere Fälle angeblicher Zensur diskutiert. So seien auch Profile von Löschungen betroffen, die sich mit dem Rollenspiel „Final Fantasy“ beschäftigen oder Kritik an der Politik des US-Präsidenten George Bush übten. MySpace selbst reagierte bisher nicht auf die Vorwürfe. Auch für die Presse ist das Unternehmen kaum zu erreichen. (Netzeitung.de)

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Erbärmliches Polen !

Nach der Vorstellung eines Gesetzentwurfs zum Verbot „homosexueller Propaganda“ in Polen hat der stellvertretende Erziehungsminister Orzechowski die Entlassung offen schwuler Lehrer angekündigt. „Eine solche Person kann nicht mit Kindern arbeiten“, sagte er am Donnerstag im Rundfunksender Radio Tok FM.Im Nachrichtensender TVN 24 sagte er wenig später, es gehe nicht darum, schwule oder lesbische Pädagogen zu entlassen, sondern diejenigen unter ihnen, die „an den Schulen für dieses Verhalten werben“. Niemand frage bei der Einstellung von Lehrern nach deren sexueller Orientierung.

Angesichts des Gesetzentwurfs, der innerhalb eines Monats ins Parlament eingebracht werden soll, ist allerdings zu erwarten, dass bereits das Bekenntnis zur eigenen Homosexualität als „homosexuelle Propaganda“ angesehen wird. Vor Journalisten hatte Orzechowski Anfang der Woche als Beweis für angebliche „Anleitung zu schwulem Sex“ die von einer Anti-Aids Initiative herausgegebene Broschüre zu safer Sex präsentiert.

Die Hinterwelt

Albtraum Jamaika
Die Insel mit dem Hippie-Image sollte von Schwulen besser gemieden werden. Das renommierte „Time Magazine“ nannte Jamaika unlängst „das homophobster Land der westlichen Hemisphäre“.

Schwule müssen um ihr Leben fürchten: In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Lynchmorden. So wurde 2005 Steve Harvey, der bekannteste Homo-Aktivist des Landes, von mehreren Männern aus seinem Haus entführt, erschossen und in einen Graben geworfen. Die UN kritisierte daraufhin das Land, da die Homophobie auch die Ausbreitung von Aids begünstige.

Trotzdem gibt es regelmäßig Berichte über neue Gräueltaten. Die Polizei drückt dabei bei den Tätern meist beide Augen zu – oder beteiligt sich sogar daran. Dennoch hat das Land besonders in der Jugendkultur ein harmloses Image. „Wie gefährlich können schon bekiffte Rastamänner sein?“, so der allgemeine Tenor. Im Gegensatz zu den Legenden herrscht im relativ armen Jamaika aber eine Wut auf die „dekadenten“ Gesellschaften des Westens, die zudem noch von einer kruden christlichen Auslegung von Religion befeuert wird. Resultat ist eine Macho-Kultur, die ihresgleichen sucht.

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Homo-Aktivist Steve Harvey wurde von Unbekannten ermordet

Auch vor Touristen schreckt der Mob nicht zurück, wie das Pärchen Jeffrey Wahl und Michael Drescher aus dem hessischen Dreieich berichtet. Sie landeten bei ihrer Kreuzfahrt im Dezember 2006 auch in Ocho Rios, einem beliebten Reiseziel auf Jamaika. Sie erzählen, dass sie dort von Einheimischen bedrängt worden seien. Nachdem sie keine Drogen oder Prostituierte kaufen wollten, wurden sie sogleich als „fucking faggots“ beschimpft. Als sich die Atmosphäre aufheizte, flohen sie zurück auf das Schiff. „Egal ob Tourist oder Einheimischer: Jamaika ist lebensgefährlich für Schwule“, resümiert Drescher.

Mehrere Organisationen haben in den letzten Jahren zu Protesten aufgerufen. Zuletzt hat die christliche Freikirche Metropolitan Community Church (MCC) appelliert, Premierministerin Portia Simpson-Miller unter Bullet5 HPM@opm.gov.jm eine Protest-Mail zu schicken. Man soll sie darin in eigenen Worten auffordern, für Toleranz und die Einhaltung der Menschenrechte für Schwule und Lesben in Jamaika einzutreten.

Von Dennis Klein

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